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Ruf Informatik

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05.08.2011

Vor 20 Jahren wurde das World Wide Web in Genf erfunden

Tim Berners-Lee entwickelte vor genau zwanzig Jahren in Genf das World Wide Web und schuf damit ein neues Kommunikationsmedium. Zwei Innovationen machten das Internet massentauglich.

Alt.hypertext nannte sich die Diskussionsgruppe, auf der Tim Berners-Lee am 6. August 1991 im Internet eine Beschreibung seines Projekts veröffentlichte. Mit den Worten «Probiert es aus» lud der britische Physiker die Mitglieder des Forums in sein World Wide Web ein.

Es war kein revolutionäres Ereignis vor grossem Publikum, und anfangs tauschten lediglich Computer-Experten aus Forschungseinrichtungen Neuigkeiten über die digitale Nachrichtenbörse aus. Und doch war Berner-Lees Einladung in das «www» an jenem Tag vor 20 Jahren ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung des Internets zu einem Kommunikationsmedium, das heute das Leben von Milliarden Menschen prägt.

Mit seiner digitalen Nachricht warb Berners-Lee erstmals öffentlich um Mitstreiter für seine Idee, an der er seit zwei Jahren gearbeitet hatte. Am europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf suchte der britische Physiker nach Möglichkeiten, das in den 1970er Jahren von Militärs entwickelte Internet für einen grösseren Kreis für die Kommunikation nutzbar zu machen.

Entscheidende Vereinfachungen


Erst sein World Wide Web verschmolz die im Internet vernetzten Rechner zu einer Einheit, in der man bequem von Homepage zu Homepage surfen kann - auf der Suche nach Videos oder Freunden in sozialen Netzwerken. Das Problem, das Berners-Lee löste, war der automatische Zugriff auf die im Internet digital gespeicherten Informationen.

Wer wusste, welches Dokument er lesen wollte und wo es genau zu finden war, konnte schon vorher einen Rechner im Internet anwählen und Dateien herunterladen - sofern er über die richtigen Programme verfügte. Das aber war höchstens etwas für Computer-Profis. Erst Berners-Lees World Wide Web brachte entscheidende Vereinfachungen: Internetfähige Rechner kommunizierten dort in einer gemeinsamen «Sprache», die ihnen automatische Kommunikation und Datenaustausch ermöglichte.

Mausklick genügt


Diese Sprache - das Hypertext Transfer Protocol - ist bis heute in Gebrauch. Webbrowser - bis dato unbekannte Werkzeuge - übersetzten Suchbefehle in http-Anfragen, die von Servern im Netz verstanden werden. Der Browser übernahm es auch, die von dort zurückgeschickten Text- , Grafik- und Bilddokumente auf dem heimischen Bildschirm darzustellen. Dieses keine Fachkenntnisse verlangende System revolutionierte das Internet und machte es zu dem Massenmedium, das es heute ist.

Die zweite Innovation war der Einbau von sogenannten Hypertext- Links in die Dokumente, die auf Internet-Servern lagen - digitale Querverweise auf weitere Dokumente. Auf diese Weise konnten Nutzer leicht von einem Dokument zu einem anderen weitergeleitet werden. Es genügte, per Mausklick den Link auf der ersten Seite anklickten, die der Browser anzeigte, und sie kamen zu einer anderen, die sie vielleicht noch gar nicht kannten. Das «Surfen» war geboren.

Bis heute gleiche Mechanismen


«Das Internet gab es schon, aber die Verknüpfung von Dokumenten ist es, die das ‹www› ausmacht», erklärt Professor Phuoc Tran-Gia, Sprecher des Zentrums für Internet-Forschung an der Universität Würzburg. Noch heute funktioniere das Web nach den Mechanismen, die Berners-Lee entwickelte.

Fast bescheiden klingen demgegenüber die Ambitionen, die Berners- Lee vor 20 Jahren formulierte: «Ein einfaches, aber machtvolles Informationssystem» stelle er sich vor, schrieb der Brite in seiner Einladung vom 6. August 1991. Einige Monate später, im Dezember 1991, ging in den USA der erste Webserver ausserhalb Europas ans Netz. Der Siegeszug des «www» begann. (Quelle www.tagi.ch/sda)